Wenn es heißt: Plotte eine Geschichte!

Durch die Agentur, die mich jetzt auf meinem Weg unterstützt, habe ich ganz andere Seiten des Autorenlebens kennengelernt und ich bin nach wie vor begeistert von allem, was gerade auf mich zukommt. Und wenn es dann heißt „Plotte doch mal eine Geschichte unter diesen und jenen Kriterien“, dann beginnt in mir die Panik hoch zu kochen, denn geplottet habe ich bisher noch nie so wirklich!

Was genau heißt eigentlich Plotten? Im Internet gibt es einige gute Erklärungen. Ich versuche es mal ganz einfach auszudrücken: Ein Handlungsgerüst für eine Geschichte zu entwerfen.

Bisher war es so: Wenn ich schreibe, dann entstehen die Geschichten zum Teil in meinem Kopf. Im Zug, im Auto, unterwegs, beim Musikhören, oder auch in der Uni. Plötzlich ist da dieser eine Funke, der sich allmählich in eine Geschichte entwickelt und dann setze ich mich an den Laptop und schreibe einfach drauf los.

Jetzt ist es ein bisschen anders und ich mache mir richtige Skizzen 😮 Anfangs dachte ich O mein Gott, wie soll das funktionieren?, aber irgendwie habe ich mittlerweile den Bogen raus – glaube ich 😀

Erstmal Brainstormen

Als erstes denke ich darüber nach, was ich schreiben möchte. Beispielsweise einen romantischen Roman oder vielleicht auch etwas Gruseliges für junge Erwachsene? Ich frage mich dann einfach, worauf ich mal so richtig Lust hätte und was mir schon immer unter den Nägeln gebrannt hat. Noch ist ja alles offen. Danach überlege ich, wo das Ganze spielen soll (Im Wald, in einem Internat oder Schloss…). Auch das wer ist ganz wichtig, denn hier entscheide ich, um wen sich das Ganze drehen soll und oftmals entstehen hier dann schon die ersten Bilder in meinem Kopf.

Dann greife ich zum Zettel und Stift und bastele mir eine Mindmap, mit allen Begriffen, die irgendwie mit der Story zu tun haben könnten. Was, wo, wer, wie, und so weiter.  Bei jedem Begriff, fällt mir automatisch schon der nächste ein, was mich der Story immer ein Stückchen näherbringt.

Das Brainstormen mache ich dann zu den einzelnen Schwerpunkten noch einmal. Ist da zum Beispiel eine Clique, so schreibe ich zu dieser Clique ein paar weitere Merkmale auf (ist sie eine von den Guten, oder führt sie etwas im Schilde?), bis mir dann die Eigenschaften gefallen und auch tatsächlich einen Sinn ergeben. Um diese Schwerpunkte baue ich dann nach und nach die Geschichte auf und setze sie in ihre Einzelteile zusammen.

Ran an den Laptop!

Als nächstes versuche ich die geschriebenen Begriffe in eine sinnvolle Reihenfolge zu bringen. Beispielsweise:

  1. Mord
  2. Zeugin findet die Leiche

Anschließend schmücke ich die Wörter zu ganzen Sätzen aus und schreibe sie listenartig nacheinander auf. Beim Schreiben kommen mir persönlich dann immer mehr Ideen, wie zum Beispiel „Ah! Und dann könnte die Protagonistin ja auch noch auf denjenigen treffen“ oder „Nein! Das ist gar kein Unfall gewesen, sondern war pure Absicht!“ und füge diese Ideen dann entsprechend ein.

Nach und nach entsteht schließlich immer mehr eine sinnvolle Idee, die sich beim Schreiben ergibt. Zwischendurch mache ich aber auch andere Sachen und so passiert es, dass ich beim Aufhängen der Wäsche plötzlich auf eine originelle Idee komme, die Socken fallen lasse und mich auf meinen Laptop stürze, um bloß nichts zu vergessen 😀

Abstand halten

Habe ich meine Ideen nun heruntergerattert, klappe ich den Laptop zu und denke nebenbei noch ein bisschen an die Story, ohne aber ständig auf meine Notizen zu schauen. Hin und wieder kommen ein paar gute Einfälle dann von ganz alleine. Erst einen Tag danach, oder auch zwei, setze ich mich noch einmal ran und versuche die notierten Sätze in ein Exposé umzuwandeln.

Dabei schreibe ich erstmal wieder alles in etwas besser formulierte Sätze auf. Anschließend schmücke ich jeden Satz aus, wobei mir auch hier wieder ein paar neue Ideen in den Sinn kommen. Danach lasse ich wieder einen Tag Ruhe einkehren, um am nächsten Tag, mit einem anderen Blick auf die Story zu schauen. Manchmal kann es sein, dass irgendwie alles keinen Sinn ergibt, oder es mir schlichtweg nicht gefällt und ich alles noch einmal umwerfe.

Dann heißt es: Auf Wiedersehen!

Habe ich das Exposé überarbeitet, die Personen genauer beschrieben und bin ich auch zufrieden damit, lese ich es noch gefühlt 1000 Mal durch, ehe ich es dann aufgeregt an meine Agentin schicke und auf ein positives Feedback hoffe 😛


Ich hoffe, dass ich euch einen kleinen Einblick geben konnte, wie ich persönlich zu meinen Ideen komme und dabei vorgehe. Dies soll auf keinen Fall eine Anleitung dafür sein, wie es funktioniert, sondern lediglich einen Ausschnitt aus meiner Art zu Arbeiten geben – das tut ja jeder für sich ganz unterschiedlich. Aber wenn es euch vielleicht doch hilft bei der Erstellung der nächsten Geschichte, dann ist es für mich natürlich noch umso schöner!

Also, ran an die Laptops, fertig, los! 🙂

 

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